Dampfausstellung & Dampfer "Dresden"
  Winterarbeiten 2017 - Teil 2
 

Winterarbeiten im
Frühjar 2017 - Teil 2


 
Lange scheint es her,
dass der Dampfer nach Hause fuhr.





Eben noch an der Werft, welche
am Morgen der Abreise von jenem
friedlichen Weiß bedeckt wurde,
das jeden trüben Gedanken vergessen mache, ...





... geschätzt von unzähligen Möwen, welche ihn
an kalten, stürmischen Tagen ausgiebig und dankbar
für ein erquickendes Sonnenbad nutzten, ...





... findet er sich im unendlichen Meer der Erinnerung
einen Moment später bereits im nie endenden
Trubel der alten Residenz-Stadt wieder!




Unweit des Zentrums kann er,
etwas abseits gelegen,
seine Winterpause genießen.






So friedlich der Dampfer "Dresden" allabendlich daliegt,
so ungleich lebendiger ist es in ihm am Tage!




Damals, als die Haut des Riesen in neuen Glanz gebracht wurde,
bekamen auch die Schaufelräder eine neue Farbschicht.




Die lange Saison in fast ununterbrochenem Betrieb
 mit sage und schreibe 81.581 Fahrgästen
haben ihre Spuren hinterlassen.





Nun wird mit behändem Fleiße
am Schaufelrad gedreht und gebaut!

Alle Gelenke des Bewegungsapparates erhalten
an den Schaufelrädern eine Verjüngungskur! 
Sämtliche Buchsen wurden bei eisigen
10 Grad unter Null mit klammen
Fingern kurz über der eisigen
Elbe eingesetzt!



Das Exzenter, welches auf dem Königsstuhl sitzt
- dieses feste Lager ist auch unter anderen Namen bekannt -
und über die Leitstangen die Schaufeln ansteuert,
sitzt bei allen Dresdner Dampfern auf den Außenseiten.





Dank der Lenkerstangen tauchen die Schaufeln nahezu senkrecht
ins Wasser ein und auch fast senkrecht wieder heraus.
 
Sie können es auch einmal selbst ausprobieren:
eine flache Hand platscht mit viel mehr Widerstand ins Wasser
als wenn Sie sie senkrecht nehmen!

Diese Animation verdeutlicht die Funktion am Kartonmodell.





Während sich die Räder einer Pediküre unterziehen,
wird gleichzeitig das Herz gepflegt und gewartet! 




Sämtliche Ventile werden, eines nach dem anderen,
zugänglich gemacht und eingeschliffen.

Das geöffnete Gehäuse des Fahrventils:
Neben dem großen Fahrventil ist
die Feder des Hilfe-Ventils.

In manchen Stellungen muss die Verbund-Maschine mit
"Hilfs-Dampf" in Gang gesetzt werden.
Wenn die Kurbel des Hochdruckzylinders,
in welchen der Dampf zuerst strömt,
ungünstig steht, ist kein Anfahren möglich.

Dann muss der Maschinist die
Kurbel des Niederdruckzylinder,
der im Normalbetrieb den Abdampf
des Hochdruck-Zylinders bekommt,
mit etwas Frischdampf vorantreiben
und sogleich die Fahrventile wieder
auf "Normalbetrieb" stellen.






Im Gegensatz zu anderen, älteren Schiffs-Dampfmaschinen
werden beide Zylinder bei den
Lentz-Einheits-Radschiffs-Dampfmaschinen,
mit "LER" abgekürzt,
wie die beiden der Dampfer "Dresden" und "Leipzig",
aus der WUMAG-Niederlassung in Dresden,
nur mit Ventilen gesteuert.



Wer weiß, ob auf dem Foto aus einem Prospekt 
nicht die Maschine des Dampfers "Leipzig"
auf den Probeständen dabei ist? 

Leider scheint es von den modernsten Dampfmaschinen
für Binnenraddampfer kaum Überlebende zu geben.
Neben den beiden in Dresden konnte
durch Zufall noch eine in Osteuropa
ausfindig gemacht werden.



Wie die Fahrventile werden auch die Doppelsitz-Ventile
der Zylinder gereinigt und neu eingeschliffen,
auf dass sie eine weitere Saison zuverlässig ihren Dienst tun.



Die Rückseite des Niederdruckzylinders.



 
Der Sitz des Auslass-Ventils wird per Hand mit Schleifpaste
mit viel Geduld und Können angepasst.




Nachdem die Bodenseite wieder dicht ist,
kommt die Vorderseite dran!
Bei der Konstruktion wurde auf die Strömungs-
Richtung des Dampfes geachtet,
um möglichst wenig Widerstand
beim Bewegen der Ventile zu erzeugen.




Da liegen sie nun, friedlich, unweit der Albertbrücke, welche in
ihrer Jugend Ähnliches gesehen hat wie die Dampfer.



"Diesbar" und "Krippen" könnten so viel erzählen,
weilen sie doch einige Dekaden länger auf dem
launigen und doch gutmütigen Strom,
welchem seines Sandes wegen
in der Antike der Name
"Albis" gegeben wurde.




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